Fragen, die du schon immer mal fragen wolltest.

Immer wieder bekomme ich Mails und PNs von Lesern, die sich von mir wünschen, ich solle doch etwas mehr über mich selbst preisgeben.

Während ich über meine Bücher und meine Schreibprojekte endlos labern kann und es auch liebe, wenn ich danach gefragt werde, weiß ich bei der Bitte nach mehr „Persönlichem“ immer nie so genau, was meine Fans oder Leser eigentlich von mir erwarten.

Soll ich Fotos von meinem Urlaub posten oder von meinen Restaurantbesuchen? Soll ich über meine Familie erzählen oder mich als volksnahe Autorin zelebrieren, die ihre Leser an jedem Klo-Besuch und jeder Fahrradtour teilhaben lässt? Soll ich über Krankheiten sprechen oder über meinen abendlichen Kampf gegen die verlockende Bockwurst im Kühlschrank?

Wieviel Persönliches und Privates ist gut und interessant, wieviel ist zu viel? Natürlich denkt jeder anders darüber und recht machen kann ich es sowieso nicht jedem, aber erst kürzlich habe ich wieder einmal eine nette Mail von einer Leserin bekommen, die so gerne mehr über mich wissen wollte. Das hat mich dazu gebracht, das Thema allumfassend (und öffentlich 😉 ) aufzugreifen.

Deshalb habe ich mal die 20 häufigsten Fragen gesammelt, die Leser, Fans, Kollegen und Hater in den vergangenen 8 Jahren immer wieder an mich gestellt haben, abgestuft nach ihrer ungefähren Häufigkeit. Unten sind sie nun in der mir eigenen epischen Schwafelfreude beantwortet.


1. Wo nimmst du deine Ideen her? [Zweifellos die meist gestellte Frage überhaupt]

Meine Ideen sind nichts, das ich irgendwo kaufe oder in einem speziellen Handbuch nachschlage, obwohl ich mir sicher bin, dass es auch dafür Handbücher und Ratgeberbücher gibt.

Meine Ideen und Inspirationen kommen aus dem ganz normalen Alltag, aus allem, was mich umgibt und auf mich einströmt. Manchmal höre ich ein Lied, sehe ein Bild, einen Film, lese ein Buch oder einen Zeitungsartikel oder ich höre einfach jemandem zu, und schwupps, plötzlich ist da eine Geschichte in meinem Kopf. Natürlich keine ausgefeilte und fertige Geschichte, aber der Anstoß oder Pitch zu einer Geschichte blitzt auf, und mein Kopf arbeitet dann munter drauf los, denkt sich sofort, die dazu gehörigen Helden und Heldinnen aus, überlegt sich, wo die Geschichte spielen könnte und in welcher Zeit.

Ich glaube, das ist eine Gabe, die ich einfach in die Wiege gelegt bekommen habe, dass ich zu fast allem, was mir begegnet, eine Geschichte erfinden muss. Ich hatte diese Macke schon als kleines Kind und kann mich nicht erinnern, dass es je anders war. Meine Mama erzählte ein Märchen, und ich habe mir im gleichen Moment ein eigenes Märchen ausgedacht. Ich sah Jochen Rind im Fernsehen und hatte schon eine Rennfahrer Romanze im Kopf, noch bevor ich das Wort Romanze überhaupt schreiben konnte. 🙂

2. Wird es auch ein Hörbuch geben? [Das wird grundsätzlich immer gefragt, selbst wenn das Hörbuch bereits bei Audible und Amazon zur Vorbestellung angeboten wird und ich den Veröffentlichungstermin bereits 10 Mal bei Facebook und Instagram gepostet habe.]

Die kurze Antwort lautet: Ja! Die ausführliche Antwort lautet auch: Ja!

Warum das eine der meistgefragten Fragen ist, erschließt sich mir einfach nicht. Liegt das an meiner schlechten PR-Arbeit?

3. Was kannst du über das Buch erzählen, an dem du gerade schreibst? [Meine Lieblingsfrage, auch wenn ich da immer sehr geheimnisvoll tue.  ]

Dazu plane ich für die kommende Woche noch einen separaten Artikel mit einem kurzen Update über meinen Schreibfortschritt und über die Geschichten, die sonst noch vor sich hinköcheln.

4. Gibt es in deinen Büchern autobiografische Anteile?

Ja und nein. Irgendwie fließt ja alles, was ich erlebt habe, auch wieder in meine Bücher ein. Menschen, die mir mal begegnet sind, tauchen unter anderen Namen als Nebenfiguren in meinen Büchern auf, und manchmal nehme ich kleine Episoden aus meinem eigenen Leben und lasse sie meine Helden erleben. Insbesondere bei Back and Beyond ist einiges enthalten, was mir in echt passiert ist, dennoch enthält keines meiner Bücher eine echte Biografie von mir.

Stelle ich mir auch todlangweilig vor  😉 .

5. Kannst du andere gute Bücher empfehlen?

Ilona Andrews ist derzeit meine höchstgeschätzte Autorin (eigentlich ein Autorenduo). Von ihr kaufe ich einfach alles blind und bin jedes Mal wieder hin und weg.

Halo Summer ist für meinen Geschmack auch überragend, ihre Geschichten sind zauberhaft und humorvoll und alles andere als 08 15. Auch hier kaufe ich blind.

Ansonsten lese ich zurzeit überraschend wenig Liebesromane oder historische Romanzen, dafür bin ich aber ein passionierter Science-Fiction Fan und schwärme sehr für die ziemlich abgefahrenen Space-Operas von Peter F. Hamilton und Dan Simmons.

6. Wie und wo schreibst du?

Grundsätzlich zu Hause an meinem Schreibtisch ohne Musik oder sonstige optische oder akustische Ablenkungen. Die romantische Vorstellung, ein Autor würde am Palmenstrand in der Karibik sitzen, Caipirinhas trinken und dann auf seinem Laptop rumtippseln, kann ich für mich absolut nicht bestätigen.

Selbst wenn ich meinen Laptop regelmäßig in den Urlaub mitnehme, um die Ruhe zu nutzen, komme ich nicht richtig in den Schreibflow, wenn ich nicht an meinem angestammten Schreibplatz bin. Urlaub lenkt mich viel zu sehr von den schönen Reisen in meine Buchwelt ab. 

7. Ich würde dich gerne persönlich kennenlernen. Bist du bei der Buchmesse? [Das ist eine Frage, die in den letzten zwei Jahren nicht mehr so häufig gestellt wurde, davor aber unentwegt.]

Es viele Gründe, warum ich Buchmessen nicht ausstehen kann, um es aber sympathisch und kurz zu machen: Buchmessen sind einfach nicht mein Ding und solange ich sie irgendwie vermeiden kann, bleibe ich weit weg davon.

Irgendwann werde ich wieder ein Meet & Greet veranstalten und alle, die mich wirklich unbedingt und dringend kennen lernen wollen, sind dann herzlich dazu eingeladen nach Berlin zu kommen.

8. Du kannst so gut schreiben, warum schreibst du nicht mal über das Thema XY? [Setze für XY ein beliebiges Thema ein, das jemand für wichtig findet]

Diese Bitte wird so oft an mich herangetragen, dass ich mir inzwischen tatsächlich einen nichtssagenden Textbaustein ausgedacht habe, den ich den betreffenden Lesern zurücksende.

Hier versuche ich es mal so charmant wie möglich und nicht als Textbaustein zu erklären:

Ich schreibe über Themen, die mir selbst am meisten Freude machen. Nur dann kann ich kreativ und geistreich sein. Welches Thema mich reizt und interessiert, weiß ich meist erst dann, wenn es mir in den Kopf hüpft. Eine Aufforderung über dieses oder jenes zu schreiben, bewirkt bei mir oft genau das Gegenteil. Nennen wir es „trotzige Blockade“.

Mir ist bewusst, dass es unglaublich viele wichtige und tolle Themen in der Welt gibt, die man als Autor aufgreifen könnte. Aber sorry, wenn ich mich nicht zum religiösen Weltverbesserer berufen fühle oder einfach keinen Bock habe, über Sex von alten Frauen zu schreiben oder über Brustkrebs oder Übergewichtige oder, oder, oder.

Wer der Meinung ist, dass bei meinen Büchern wichtige Themen hinten runter fallen. Kann doch jederzeit nach Autoren suchen, die sich für diese Themen interessieren und gerne darüber schreiben.

Immer wieder schreiben mir Leute: „Du kann so gut schreiben, du könntest doch auch aus dem Thema XY einen richtig tollen Roman machen.“

Ich bin mir, ehrlich gesagt, nicht sicher, ob ich das wirklich könnte. Denn, wenn ich keine Lust auf ein Thema habe und trotzdem darüber schreiben soll, dann kommt auch kein Roman dabei heraus, der mir am Herzen liegt.

9. Welches ist dein Lieblingsbuch?

Ich mag ja den Ausdruck „Lieblingsbuch“ überhaupt nicht, weil er so etwas Festgefahrenes und Vernageltes an sich hat. Mein Geschmack hat sich im Laufe meines Lebens zig mal geändert und über meine Lieblingsbücher von 1982 kann ich heute nur die Nase rümpfen. Insofern ist es immer riskant, wenn ich jetzt ein Lieblingsbuch benenne, das ich vielleicht in ein paar Monaten schon peinlich finde.

Aber es gibt natürlich auch ein paar zeitlose Bücher, die ich wohl immer lieben werde. Z.B. Stolz und Vorurteil und Herr der Ringe, die Ilias und das Nibelungenlied, die gehören zu meinen Spitzenreitern.

10. Wann wird dein Buch XY verfilmt?

Nach meinen zurückliegenden Erfahrungen sage ich mal: Gar nicht.

Generell ist die Frage, so wie sie oben formuliert ist, leider ein bisschen naiv, aber genau in diesem Wortlaut wird sie immer wieder an mich gerichtet. Die Frage klingt so, als hätte ein Autor irgendeinen Einfluss darauf, ob eines seiner Bücher verfilmt wird, als könnte er mal schnell 15 Millionen aus dem Ärmel schütteln und dann einen Blockbuster auf die Beine stellen.

Du musst als Autor schon warten, ob ein Agent oder ein Produzent auf dich zukommt, weil er eines deiner Bücher für verfilmenswert hält. Als verfilmenswert gilt meistens ein Buch, das sich millionenfach verkauft hat oder sich um ein Thema dreht, das gerade megamäßig im Trend ist.

Jeder normale Autor ist auf jeden Fall, erst mal total aus dem Häuschen, wenn er so ein Film-Angebot bekommt. Wer träumt denn nicht von der Verfilmung seiner Bücher? Und man wäre als Autor ja ein echter Vollpfosten, wenn man einen angebotenen Vertrag nicht voller Dankbarkeit unterschreibt.

Oder etwa nicht? Ich bin mir da inzwischen gar nicht mehr so sicher.

11. Was hat dich in deinem Leben am meisten geprägt?

In meiner Kindheit und Jugend war das mein großer Bruder, ihm verdanke ich so viel, dass ich es gar nicht in Worte fassen kann.

In meinen späteren Jahren war es eindeutig die Veröffentlichung meines ersten Romans. Was mir seither an Gutem und Schlechtem begegnet ist, war für mich in diesem Ausmaß wirklich neu, und das obwohl ich damals schon 51 Jahre alt war. Das Dasein als Autorin hat mich ziemlich verändert, in sehr vielen Dingen zum Guten, in einigen Dingen aber leider auch zum Schlechten. 😦

12. Welchen Rat hast du für neue, unerfahrene Autoren?

Eigentlich gar keinen außer den vielleicht: „Hör nicht auf die Ratschläge anderer, sondern kneif den Arsch zusammen und mach dein Ding.“

Tja!

Ich bin vermutlich die denkbar ungeeignetste Autorin, die man als neuer und unerfahrener Autor um Rat fragen kann, denn ich habe nicht so furchtbar viel Verständnis mit den Weicheiern und Jammerlappen in unserer Branche. Wer ein Autor sein und veröffentlichen will, braucht Eier aus Stahl, muss mit Misserfolg und bescheuerter Kritik klarkommen und vor allem sollte er Ahnung von dem haben, was er tut und professionell bleiben. Solche Sätze wie: „Ich schreib vielleicht auch mal ein Buch“, bringen mich auf die Palme, denn sie zeugen nicht nur von Ignoranz, was die Schreibarbeit angeht, sondern auch von einem Mangel an Leidenschaft.

Diese Branche ist knallhart und die Konkurrenz ist riesig und wer nicht das richtige Mindset und eiserne Disziplin mitbringt, kriegt keinen Fuß auf den Boden. Das charmante Haifischbecken, in dem sich die Autoren tummeln, ist kein Feuchtbiotop und verschlingt jeden, der nicht die Kraft hat, auch ein paar Bisse auszuhalten.

Entweder man ist leidenschaftlich bei der Sache und wirklich gut in dem, was man tut, oder man wird plattgemacht. Da rettet dich dann auch kein Gendersternchen mehr. Sorry.

Wenn jemand wirklich schreiben will, wenn er wirklich eine Inspiration hat, die ihn antreibt, wenn er wirklich ein „echter“ Autor sein will, dann spürt er den Drang zu schreiben jeden Tag bis in jede einzelne Zelle seines Körpers. Wenn nicht, soll er es sein lassen. Basta.

Für mich ist ein Tag, an dem ich nicht zum Schreiben komme, kein glücklicher Tag. Wenn eine Geschichte in meinem Kopf ist, will sie raus und dann schreibe ich sie genau so auf, wie ich es für richtig halte und nicht wie irgendein Ratgeber meint, dass man es machen soll. Wenn ich nicht von meiner eigenen Motivation oder meinem Werk überzeugt bin, dann taugt es auch nichts und dann nützen auch die besten Ratschlägen nichts.

Sagte ich schon, dass man mich nicht um Rat fragen sollte?

13. Was regt dich als Autorin am meisten auf?

Dass ich mich viel zu oft über Menschen aufrege, die es nicht wert sind, auch nur einen Gedanken der Aufregung an sie zu verschwenden.

14. Wie lautet dein Lieblingszitat/ Lieblingssong/ Leibspeise/andere Lieblingsdinge?

Püh, das ist eine der Fragen, die ich am wenigsten mag, und ich weiß auch nicht, warum Fans sich so sehr dafür interessieren, denn wie bei allen „Lieblingsdingen“ ist das einem stetigen Wandel unterworfen , und weil ich Veränderungen liebe sind diese Lieblingsdinge nur Momentaufnahmen von heute.

Lieblingszitat: Ich weiß, dass ich nichts weiß

Lieblingssong: alles von Mozart.

Leibspeise: Chili con und sin Carne, je nachdem, Hauptsache scharf.

Lieblingsdinge:  Sag ich nicht. 😉

15. Glaubst du wirklich an die Liebe oder ist das nur deine Verkaufsmasche?

Aber hallo! Natürlich glaube ich an die Liebe.

Nächste Woche feiere ich übrigens meinen 36. Hochzeitstag. 😉

16. Ich liebe dich total. Ich habe das Gefühl, dich durch deine Bücher in- und auswendig zu kennen. Ich glaube du bist genau wie ich. Können wir uns bitte mal privat treffen?

Jo, das klingt erst mal ein bisschen gruselig und bei der Formulierung der Frage habe ich bewusst ein klein wenig übertrieben, aber sinngemäß habe ich diese Frage schon viel öfter gestellt bekommen, als mir lieb ist. Und je nachdem in welchem Unterton sie an mich gerichtet wird, bin ich da auch verdammt vorsichtig.

Ich glaube, in den meisten Fällen ist diese Frage harmlos gemeint: Jemand ist einfach so begeistert von einem Buch, oder fühlt sich so angesprochen, dass er automatisch die Nähe des Autors sucht, weil er das Gefühl hat: Endlich versteht mit einer.

Der Übergang von überschwänglicher Begeisterung zum Stalken ist da aber leider fließend, und ich bin deshalb – inzwischen – sehr vorsichtig, was Treffen mit Fans angeht, die ich nicht kenne und mit denen ich noch nie zuvor gemailt habe, oder ich sie sonst auf den Social Media Plattformen kennengelernt habe.

17. Schreibst du nur über Sex oder hast du auch selbst welchen?

Dreiste Frage, nicht wahr? Meistens wird sie nicht so direkt gestellt sondern eher verklausuliert vorgetragen wie: „Ich habe mich gefragt, ob du als Autorin das alles tatsächlich selbst schon mal gemacht hast.“ Das klingt oft so, als ob ich nur über Kinky-Sex und Kamasutra-Brezel-Stellungen schreiben würde und nicht über ganz herkömmlichen, spießigen Normalo-Sex. Nicht mal eine Peitsche oder Handschellen gibt es in meinen Geschichten. Aber für einige scheint auch normaler Sex noch ungewöhnlich zu sein.

Manchmal bekomme ich die Frage auch so direkt vor die Nase gebraten, dass es klar ist, da will mich jemand kränken (warum auch immer). Ich zitiere: „Naja, manche müssen wohl über Sex schreiben, weil sie selbst keinen haben.“

Irgendwo dazwischen liegt der Rest der Fragenden. Viele machen sich keine Gedanken, wie ihre Fragen ankommen oder finden sich vielleicht sogar cool, wenn sie eine Autorin ganz kess und distanzlos anmachen können. Manche wollen es vielleicht auch wirklich und ehrlich wissen, was es mit diesem ominösen Sex eigentlich auf sich hat.

Einige bedanken sich sogar im weiteren Satz dafür, weil sie dadurch freier und ungezwungener geworden seien. Also, je nachdem, wie diese Frage an mich gerichtet wird, antworte ich auch ganz nett oder ganz emotionslos oder gar nicht.

Hier die einfache Antwort für euch:

Ich schreibe über Sex, weil ich Sex liebe. Er gehört zum Leben dazu und sollte weder aus der Literatur, noch aus Musik oder Film ausgegrenzt werden. Ohne Sexualität wäre mein Leben grau und trist. Ich schreibe in meinen Romanen aber nur über die Art von Sex, die ich selbst kenne und liebe.

18. Ich habe da einen Logik/ Recherche/ Komma/ Stil-Fehler in deinem Roman entdeckt und zwar folgender, blablabla … Außerdem habe ich selbst ein Buch geschrieben, möchtest du es vielleicht gerne mal lesen? 

Nur so zur Info für alle, die vorhaben, Kontakt zu einem Autor aufzunehmen, mit ihm ins Gespräch zu kommen, und ihm vielleicht sogar das eigene Buch zum Lesen anzubieten: Es gibt diplomatischere Methoden um sich selbst zu empfehlen. 😉

Aber unabhängig davon, ganz rigoros: Nein ich lese keine Manuskripte von anderen Autoren, und wenn sie mir unaufgefordert zugesandt werden, lösche ich die Mail ohne Antwort.

Der Grund hat nichts mit Arroganz zu tun, sondern damit, dass ich niemandem, der voller Hoffnung ein Buch geschrieben hat, das Herz brechen will. Wenn ich ein schreckliches Manuskript lese und es nicht über mich bringe, dem Autor zu sagen, wie schlecht ich es finde, hat derjenige gar nichts davon. Wenn ich aber aus lauter Nettigkeit sage, dass ich das Manuskript gut finde, hat derjenige erst recht nichts davon, weil er sich dann einredet er sei tatsächlich gut. Dann quält er nicht nur sich selbst mit seinem Misserfolg, sondern auch die Leser mit seinem ähm … nicht so guten Buch.

Für solche Zwecke gibt es ja genügend andere Alternativen, Gruppen von Vorablesern, die sehr viel besser zur späteren Zielgruppe passen als ein Autor, dem man sein Buch aufgenötigt hat.

19. Dein Roman XY hat mir gut gefallen, hast du vor, noch mal so was in der Art zu schreiben?

Auch bei dieser Frage weiß ich immer nicht so genau, was der Fragesteller eigentlich meint.

Ein Buch „so in der Art“?

Alle meine Bücher sind doch in der Art, nämlich in der Clannon-Art. Vielleicht sehen meine Leser große Unterschiede zwischen meinen einzelnen Büchern, vielleicht lieben sie das eine Buch sehr und hassen das andere.

Aber ich als Mutter dieser Geschichten, nehme halt keinen Unterschied in der Art meiner Geschichten wahr. Für mich ist jedes meiner Bücher ein Buch in der Art, egal ob Fantasy, Krimi, Contemporary oder Historical. 

20. Was sollte man als Autor niemals tun?

Ein Autor sollte niemals öffentlich über Rezensenten meckern, denn das ist peinlich und unprofessionell. Seien die Rezensenten auch noch so große Idioten, Arschlöcher, Kollegen oder untreue „Fans“, man schluckt es souverän hinunter und macht weiter, als wäre nichts gewesen.

Leider sind wir Autoren halt auch nur Menschen und manche rezensierenden Zeitgenossen sind oft richtig bösartig oder flachpfeifenmäßig dumm. Da zerreißt es einen beinahe, wenn man seinen Frust nicht in die Welt hinausschreien, oder sich nicht einmal verteidigen darf.

Trotzdem sollte man es nicht tun. Niemals. So hart es auch sein mag. Nie … nie… niemals

Aber der Vollpfosten-Rezensent, der das Hörbuch von „Kiss me, Doc!“ mit einem Stern bewertet hat, ohne es überhaupt gehört zu haben, nur weil er nicht auf das e-Book warten wollte … ja, also der: Möge ihn die Impotenz, der Schafsrotz und die Moderhinke heimsuchen und sein schlöderiger Lommelschwanz am Schimmelpilz erkranken und … ich bin ja schon still.  😉


Vielen Dank, dass ihr diesen Text bis zum bitteren Ende durchgelesen habt.

Wer jetzt noch Fragen hat, nur zu. Ihr seht ja, mich kann nichts erschüttern.

10 Gedanken zu “Fragen, die du schon immer mal fragen wolltest.

  1. Vielen Dank für die Arbeit, die du ins beantworten der Fragen gestellt hast. Ich liebe Ilona Andrews auch total. Einige der Fragen habe ich wieder erkannt, die stellt glaube ich auch jeder bei Interviews mit Autoren.

    1. Stimmt genau, bei Interviews gibt es auch diese immer wieder gefragten Fragen. Leider. Ich verstehe zwar, dass die Leser das wohl interessiert, aber als Autorin würde ich mir wünschen, ab und zu auch mal ein paar ausgefallenere Interviewfragen gestellt zu bekommen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s