Urlaubsfotos – rette sich wer kann!

Geht es euch auch so, dass es euch manchmal total nervt, wenn ihr 852 Urlaubsfotos von anderen Leuten ansehen sollt?

Irland2

 

Nein, nicht die auf dem Handy, die man mal schnell durchscrollen kann. Ich meine die, die man in einer liebevoll gestalteten Fotoshow von Freunden gezeigt bekommt. Sie sind dann versehen mit passender Musik und superlustigen (oder auch unlustigen) Untertiteln.

Laufzeit 2:48 Min.

Der Abend ist für mich dann meist gelaufen, besonders dann, wenn jedes Foto dem anderen irgendwie verdammt ähnlich sieht.

20 mal dasselbe Motiv.

Bärbel von vorne in Chichén Itzá, Bärbel von hinten in Chichén Itzá, Bärbel spricht mit dem Reiseleiter von Chichén Itzá, Bärbel trinkt aus einer Flasche in Chichén Itzá, Bärbel hat jetzt die Sonnenbrille auf in Chichén Itzá und so bärbelt es sich durch den Abend.

Die Höhepunkte des Urlaubsfoto-Watching-Events bestehen eindeutig darin, dass Andi hier und da noch nähere Erklärungen einfließen lässt und Details beisteuert, zum Beispiel zu einzelnen Mitgliedern der Reisegruppe (der Dummlaller, die besserwissende Lehrerin, der Kardiologe in Rente, der schwule Junggeselle, die allein reisende Mutter mit Nervensäge-Sohn undsoweiterundsofortgähngähngähn). Auch das Wetter, die Einheimischen und spezielle Erscheinungen in Flora und Fauna werden ausgiebig erläutert (Zum Beispiel gab es da einen Mammut-Kaktus, nein den haben sie leider nicht fotografiert und einen Hund mit nur drei Beinen, nein den auch nicht).

Die Erläuterungen führen dazu, dass die Diashow bei dem jeweiligen Foto angehalten wird, damit die mündlichen Darlegungen in Ruhe erfolgen können. Manchmal ist es auch erforderlich, dass Bärbel die Erzählungen von Andi korrigiert. Sie stellt klar, dass er die Geschichte mit dem dreibeinigen Hund ganz falsch erzählt hat und dann erzählt sie die Geschichte, wie sie sich richtig zugetragen hat. Zugegeben, Andi erzählt eher unspanndend und Bärbel eher dramatisch. Also widerspricht er ihr erbittert, weil Bärbel ja gar nicht dabei war und überhaupt, muss sie denn immer so übertreiben? Sie übertreibt ja gar nicht, Andi soll sie gefälligst nicht immer mitten im Satz unterbrechen, sie hätte das schon noch genauer dargelegt.

10 Minuten Ehestreit später, geht es wieder stramm mit Nichtmammut-Kakteen im Sonnenuntergang weiter und man sieht Bärbel wieder vor, neben und auf dem Kaktus. Ach nein, das dritte Bild ist kein Kaktus, sondern ein Esel oder ist es der Reiseleiter?

Etwas unscharf, sorry.

Zu diesem Zeitpungt wünsche ich mir von Herzen ein Technikversagen und frage meine Gastgeber, ob sie vielleicht noch eine Flasche von dem Barolo dahaben. Aber dann, nach 4 Stunden 11 Minunten ist es endlich doch geschafft. Ein Mariachi dudelt als Abspannmusik

„Ach, war das schön!“ Mehr Erleichterung kann man nicht in seine Stimme legen, ohne unhöflich zu wirken.

Jetzt weiß ich Bescheid über die wunderbare Fernreise von Bärbel und Andi. Ich habe die zweite Flasche Barolo offenbar alleine getrunken, während Bärbel und Andi sich darüber gestritten haben, wie die Einheimischen den Tequila in Mexiko trinken. Mister Miller hat es gewagt, sich einzumischen und ein paar eigene Erfahrungen diesbezüglich in das Gespräch einzubringen, aber das hat den Ehekrach nur verschärft und uns weitere 10 Minuten gekostet. Der Abspann wurde angehalten, das Thema Tequila, Salz und Zitrone und die Frage, warum Andi Bärbel nie ausreden lässt, wurde gründlich ausdiskutiert (sie sind Psychologen).

Nach 4 Stunden 21 Minuten weiß ich jetzt aber wirklich alles über mexikanische Trinkgebräuche, den Reiseveranstalter, die Hotels, die dort ansässigen Kakerlaken, Montezumas Rache (kurz Dünnpfiff genannt) und über die Methode, mit der Bärbel und Andi 20 % des Reisepreises zurückholen wollen.

Diesen Herbst wollen sie übrigens für drei Wochen nach Angkor Wat. Drei Wochen, das gibt eine Menge Fotos und sobald die Fotoshow fertig ist, sind wir natürlich wieder herzlich eingeladen.

Mister Miller und ich wechseln einen panischen Blick.

Gut, ich gebe es zu, ich bin nicht sehr geduldig, wenn es um die Urlaubsabenteuer meiner Mitmenschen geht. Vielleicht bin ich ja auch nur neidisch, weil ich noch nie in Mexiko war und auch noch nie in Angkor Wat. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich selbst ein ganz mieser Fotograf bin und viel zu wenig Zeit habe, um solche liebevollen Fotoshows zu gestalten, denn eines ist ja mal sicher:

In dieser Show von Andi steckte garantiert mehr Arbeit und Liebe als in so manchem Amazon E-Book Bestseller.

Amen.

Kurz und gut – Urlaubsfotos von Clannon mit wehendem Haar am Strand, Clannon mit Sonnenbrille im Café, Clannon mit Bikini am Pool, oder Clannons frisch lackierte Zehennägel mit dem Indischen Ozean als Hintergrund werden vermutlich nie im Internet zu finden sein.

Meine persönliche Form von Fotoshow findet man in meinen Büchern und die dauern deutlich länger als 4 Stunden 22 Minuten (Nebeneffekte wie Langeweile, Baroloüberkonsum oder penetrantes Augenrollen sind unwahrscheinlich aber nicht ganz auszuschließen).

So, und jetzt komme ich endlich zum eigentlichen Grund für diese Glosse: Wer Lust darauf hat, eine signierte „Fotoshow“ von Clannon Miller zu gewinnen (ich meine ein Taschenbuch nach Wahl), der kann in der kommenden Woche sein Glück in der Facebook Gruppe Clannon & Friends versuchen.

Clannon & Friends

 

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