Das „Ende“ ist noch lange nicht das Ende

Ende

Eigentlich bedeutet das Wort unter meinem neuesten Roman nicht viel, außer, dass der erste Entwurf der Geschichte steht. Aber zwischen dem Wort „Ende“ unter dem Text und dem Moment, wo der Roman dann endlich auf eurem E-Reader landet, liegen noch viele Wochen und Monate mit harter Arbeit.

Jetzt gehe ich an die Überarbeitung und verpasse der Geschichte ihren Feinschliff. Sie bekommt Esprit und eine Seele eingehaucht und die Protagonisten erhalten Charaktertiefe, die zu ihren Rollen passt. In der Überarbeitungsphase schreibe ich fast alle Dialoge neu, kürze mindestens 20 % vom Text und hin und wieder schmeiße ich auch Nebendarsteller hinaus … oder ich hole noch welche ins Boot.

Erst wenn ich rundum zufrieden bin – manchmal erst nach einer zweiten Überarbeitung – dann geht das Buch ins Lektorat und ins Korrektorat.

Nebenher mache ich mir Gedanken, wie das Cover aussehen soll, welche Motive, Farben und welchen Stil es bekommen soll, damit es neugierig macht, damit es die richtige Zielgruppe anspricht und die falsche Zielgruppe abschreckt ;-). Auch die Wahl des Buchtitels bring mein Gehirn regelmäßig zum Bruzeln. Denn natürlich muss  der Buchtitel knallen und passen und die Leser dazu verführen, doch mal den Klappentext zu lesen oder in das Buch hineinzuschauen.

Also, kurz und gut, ich weiß noch nicht genau, wann mein neuestes Buch erscheinen wird, ich arbeite hart und unermüdlich daran aber immer nach dem Motto: Gut Ding will Weil.

😀

Blick hinter die Kulissen

„Ich würde so gerne mal bei dir hinter die Kulissen blicken.“ Das hat mir eine Leserin vor längerer Zeit mal geschrieben und ich hab es eigentlich als nettes, aber nicht ernst gemeintes Kompliment abgehakt. Doch die Idee hat sich in meinem Kopf festgesetzt … irgendwie … und hier ist er also, der  Blick hinter meine Kulissen.

Von der Idee bis zum Buch.

Idee

Meistens platzt mir der Kopf vor lauter Ideen und ich weiß nie so genau, was ich zuerst schreiben soll. Wenig Zeit – viele Ideen.

Nicht jede Idee, die ich habe, ist gut genug um ein ganzes Buch zu füllen und nicht jede Idee begeistert die Massen. Immer wieder muss man sich als Autor selbst auf den Prüfstand stellen. Schreibe ich das, was ich gut finde, oder schreibe ich das, was sich am besten verkauft? Manchmal passt beides gut zusammen. Manchmal leider nicht.

 

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Plotten (eine Handlung erschaffen)

Beim Plotten überlege ich, wie die Geschichte ungefähr laufen soll. Oft weiß ich nur wie sie anfangen und wie sie enden soll und der Rest ergibt sich

Manchmal plane ich aber auch alles genau durch oder ich entwerfe komplizierte Konstrukte und mache  tiefgründige Zeichnungen (siehe unten). 🙂

Aber immer –  jedes verdammte Mal – verselbstständigen sich meine Geschichten während des Schreibens und am Ende kommt etwas ganz anderes heraus, als das, was ich eigentlich schreiben wollte.

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Manchmal überfällt mich auch tiefe Verzweiflung.

Da habe ich bereits 200 Seiten geschrieben und plötzlich stelle ich fest, dass das Buch ganz großer Mist ist. Der Plot steckt fest, die Helden sind Idioten, ihre Dialoge sind kindisch und flach. Alles wiederholt sich irgendwie und die Sexszenen sind so prickelnd wie eingeschlafene Füße.

Dann lege ich das Projekt auf Eis und fange etwas ganz Neues an, oder ich schreibe an etwas Altem weiter, etwas das ich vor ein paar Jahren mal auf Eis gelegt habe und das mir auf einmal gar nicht mehr so dumm vorkommt.

 

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Der Friedhof der kaltgestellten Geschichten – und auch der Wiedererweckten 🙂

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Inspiration

Man kann auch ohne Inspiration schreiben, aber wehe, wenn mich die Muse küsst und ich habe plötzlich 100 geniale Einfälle und keine Tastatur parat. Meist überfällt mich die Inspiration in völlig ungünstigen Momenten (wenn ich beim Zahnarzt warte, einen Vortrag anhöre, im Stau warte usw.) dann zücke ich mein Notizbuch, nach alter Väter Sitte und kritzle drauf los.

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Schreiben

Hier sitze ich am Feierabend, am Wochenende und in meinem Urlaub auf meinem  Allerwertesten, bis er platt ist. Dann versuche ich das Gewirr in meinem Gehirn in Sätze zu fassen und dabei Bilder und Welten und Menschen zu erschaffen, die lebendig genug sind um andere zu berühren.

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Drogen

ganz klar Kaffee, frei nach dem Motto: „Ich bin ein Autor, ich kann Kaffee in Worte verwandeln.“

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Und auch Alkohol. Um  Hemingway zu zitieren: „Schreibe betrunken und überarbeite nüchtern.“

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Knochenjob

Während meines Studiums (das nichts mit der Schreiberei zu tun hatte) habe ich oft mit meiner Entscheidung gehadert. Damals hatte ich schon einige Romänchen geschrieben und habe davon geträumt, vom Schreiben leben zu können und keinen öden Spießerjob ausüben zu müssen. Ich hatte mir das Leben als Autorin superromantisch vorgestellt. Ich dachte, ich läge in einer Hängematte oder säße am Strand, ich würde romantische Waldspaziergänge machen und nebenher meine Geschichten zusammenspinnen, die ich dann nur noch herunterzutippen bräuchte und schon wären die Bestseller fertig.

Irrtum!

Tatsächlich ist das Schreiben hart und aufzehrend. Wenn ich mitten in einem Buchprojekt stecke, komme ich oft Tage und Nächte lang  nicht vom PC weg. Die sozialen Kontakte zu meinen Freunden gehen gegen Null und meine Familie wagt es gar nicht mal, einen Blick in mein Büro zu werfen aus Angst, ich könnte sie mal wieder anfauchen: „Lasst mich in Ruhe, ich arbeite.“

Wie das Wetter draußen ist – ob es überhaupt Wetter gibt – weiß ich gar nicht. Es könnte schneien im August, ich würde es nicht mitbekommen.

Und wenn ich dann endlich, spät am Abend ins Bett krieche, müde und ausgelaugt, dann habe ich nicht mehr als ein paar Seiten zustande gebracht und die gefallen mir am anderen Tag schon wieder nicht mehr. Waldspaziergänge machen nur die Helden in meinen Romanen und pfiffige und charmante Dialoge beherrschen die auch weitaus besser als ich. Meine Heldinnen ziehen sich schicke Abendkleider an und schminken sich für den großen Abend mit ihrem angebeteten Helden, während ich in Schlabberhose und Flatter-T-Shirt und ungeschminkt am PC sitze und meine Abendkleider im Schrank hängen und wie durch magischen Einfluss immer enger werden. Vermutlich habe ich schon das dritte Glas Wein intus , ich habe nicht mitgezählt, aber morgen früh, wenn ich aufstehen muss, werde ich wissen, dass es mindestens zwei Gläser zu viel waren.

Schreiben ist ein Knochenjob und ein ewiges Auf und Ab;  himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt und nie zufrieden. 🙂

Bei meinem derzeitigen Buch habe ich jetzt endlich (auch dank meiner guten Kontakte zu diversen Weinhandlungen) die Stufe 5 erreicht.

Kreativer Schreibprozess

Das Ergebnis

Es ist tatsächlich irgendwie ein saugeiles Gefühl, wenn man ein oder mehrere Bücher im Regal stehen (oder auf dem Reader) hat, die man selbst geschrieben hat.

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Leser und Fans

Mehr als das Geld und der Ruhm bedeutet mir das Feedback und die Anerkennung der Leser. Mails machen mich glücklich, daher geniert euch nicht, schreibt mir: autorin@clannonmiller.de

Das geilste Geschenk, das ich je von einer Leserin bekommen habe, ziert selbstverständlich die Wand in meinem Büro. Und wenn ich manchmal down bin, und die Lust am Schreiben verliere, schaue ich es an und weiß wieder, warum es sich lohnt Geschichten zu erzählen. ❤

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Ausblick

Klar, ich schreibe und schreibe und schreibe.

Derzeit habe ich drei Projekte und alle drei werde ich bis zum bitteren Ende durchziehen. Ich schreibe an einem geistreichen Liebesroman, an einem sehr heißen Fantasyroman und an einen soliden erotischen Roman nach allen Regeln der Schmonzetten-Kunst (reicher Mann armes Mädchen und ein paar krasse Gegensätze 😉 ).

Ob und wann ich fertig sein und sie veröffentlichen werde, kann ich noch nicht sagen.

 

Danke für euren Besuch hinter den Kulissen meiner Geschichten-Schmiede. ❤

 

10 dirty romance novels, die ich liebe

Es ist schon eine ganze Weile her, da wurde ich von einer Leserin angeschrieben und gebeten, ich solle doch mal eine Liste mit meinen „Top 10 dirty romance novels“ veröffentlichen, also fing ich an zu grübeln.

Sehr lange.

Ich lese etwa seit 1978 scharfe Romane. Shanna von Kathleen E. Woodiwiss war mein erster erotischer Liebesroman überhaupt und  einer der heißesten und romantischsten, die es damals zu haben gab. Vielleicht erinnere ich mich deshalb gerade an diesen alten Schinken so gerne und so gut.

Im Laufe von fast vierzig Jahren Erotikromanzen-Lesefreude, kommt schon ein bisschem was zusammen – über den Daumen gepeilt, waren das mehr als 2000 Liebes- und Erotiktromane und doch sind mir nur wenige  im Gedächtnis geblieben. Es liegt vermutlich an meinem fortgeschrittenen Alter, dass all meine Lieblings-Dirty-Superscharfheiße-Romane aus einer archaischen Zeit stammen –  nennen wir sie doch die Prä-SoG-Ära oder auch Erotikroman-Kambrium (ja, es gab auch schon Erotik in Romanen, bevor Christian Grey die Peitsche knallen ließ).

Aber sei’s drum,  hier kommt also meine persönliche Top 10 Liste aller versauten Romanzen und vielleicht kann sich der eine oder andere  ja sogar noch an dieses Zeitalter erinnern 😉

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J R WardBlack Dagger Reihe (scharfe Vampire)

Jude DevereuxMehr als nur Träume (A knight in a shining armour ) mein liebstes Lieblingsbuch. Und beinahe alles andere, was Jude Devereux veröffentlicht hat.

Christina Dodd  – Geraubte Herzen

Julie Garwood  – all ihre Schottland-Historicals

KM MoningHighlander-Saga und vor allem ihre Fever Reihe

Loretta ChaseLord Perfect (und fast alles andere von ihr)

Emma Hollyeinfach alles – schärfste und sensibelste Sexszenen, ever

Johanna Lindsay – beinahe all ihre Historicals, obwohl sie sich alle sehr ähnlich sind.

Kathleen E. WoodiwissDer Wolf und die Taube (Shanna und überhaupt alles von der alten Lady)

Julia QuinnBridgerton Reihe

P.S. Ich weiß, die meisten Cover sind erbärmlich, aber die wurden zu einer Zeit gestaltet, als Erotikromane von den Verlagen wie Stiefkinder behandelt und die Leserinnen nicht ernst genommen wurden.

Ein großes Lob an die Selfpublisher, die in diesem Bereich für frischen Wind und Qualität gesorgt haben und den trögen und verknöcherten Verlagen gezeigt haben, wie es besser geht. ❤